Kinderhandy einrichten

Kinderhandy sichern: Darauf sollten Eltern achten

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Viele Eltern sind unsicher, wie stark sie sich in die Handy-Aktivitäten ihres Kindes einmischen sollen. Natürlich verdienen Kinder einen Vertrauensvorschuss. Aber auch viele Erwachsene machen sich die Gefahren im Internet nicht vollständig bewusst – jedenfalls nicht, bis der Ernstfall eintritt. Auf was du bei der Einrichtung eines kindgerechten Smartphone für dein Kind achten musst und warum es wichtig ist, erklären wir hier.

Darum ist Jugendschutz auf dem Kinder-Smartphone wichtig

Persönliche Daten wie Namen und Bilder in Online-Profilen können missbraucht – beispielsweise gestohlen und illegal weiterverwendet werden indem Fremde dein Kind kontaktieren oder in seinem Namen Fake Accounts erstellen. Über einen ungesicherten Internetzugang können Kinder zudem mit wenigen Klicks auf Seiten oder zu Videos mit nicht kindgerechten Inhalten gelangen. Gerät der Handykonsum außer Kontrolle, kann Handysucht oder Internetsucht die Folge sein. Viele kostenlose Apps und Spiele bieten teure Erweiterungen oder sogenannte In-App-Käufe, bei denen der Nutzer mit einem Klick Leistungen oder Abos bei Drittanbietern kauft. Und nicht zuletzt ist Vorsicht im Netzgeboten, weil Jugendliche in sozialen Medien immer wieder gezielt beleidigt oder gekränkt und damit Opfer von Mobbing und Stalking werden.

Diese Erfahrungen haben Kinder und Jugendliche im Internet gemacht

Kinderhandy sichern

Wie man die Sicherheitseinstellungen aktiviert, hängt hauptsächlich vom Betriebssystem des Smartphones ab. Dabei ist es von Vorteil, wenn Kinder und Eltern das gleiche Betriebssystem nutzen. Je leichter du dich in den dir vertrauten Systemeinstellungen zurechtfindest, desto schneller kannst du auch das Kinderhandy einrichten.

Jugendschutzeinstellungen Android

Für Android-Handys müssen die Sicherheitsfilter als App installiert werden, zusammen mit Kinder-Suchmaschinen, altersgerechter Startseite und mehr. Dabei helfen kann z.B. die App Google Family Link. Mit ihr kannst du ähnlich wie in iOS tiefgreifende Sicherheitseinstellungen beim Einrichten des Kinderhandys vornehmen und das Kinderhandy sogar orten – ganz einfach von deinem Handy aus.

Altersfreigabe im Google Play Store einstellen

Wie bereits erwähnt, bietet Android derzeit keine vorinstallierte Kinderschutz-Einstellung. Dennoch gibt es Möglichkeiten, einige Jugendschutzeinstellungen in von Android mitgelieferten Apps vorzunehmen. Im Google Play Store zum Beispiel lässt sich die FSK-Freigabe für angezeigte Apps, Filme und Musik festlegen. Wenn du beispielsweise die Freigabe für Apps auf FSK 12 setzt, werden auf einem Handy für Kinder nur noch solche Apps angezeigt, die maximal dieser Freigabe entsprechen.

1. Öffne den Play-Store und tippe auf die sog. Burger-Navigation im Suchschlitz

2. Scrolle nach unten und tippe auf "Einstellungen".

3. Scrolle zur Nutzersteuerung und tippe auf "Jugendschutzeinstellungen".

4. Tippe auf "Jugendschutzeinstellungen" um diese zu aktivieren

5. Lege einen Inhalts-Pin fest und notiere dir diesen.

6. Wähle die Inhalte, die im Play Store eingeschränkt werden sollen.

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Tipp: Wenn du das Menü über das Navigationselement im Suchschlitz des Play Store öffnest (in der Bildergalerie beschrieben), findest du als vorletzten Menüpunkt einen Link zu "Leitfaden für Eltern". Hier bietet Google Eltern weitere nützliche Tipps, mit denen sie auf Smartphone oder Tablet Jugendschutzeinstellungen vornehmen können.

iPhone Kinderhandy einrichten

Als iPhone-Nutzer hast du es relativ einfach – sowohl eine integrierte Kindersicherung als auch einen App-Filter kannst du mit nur wenigen Klicks in iOS aktivieren.

1. Einstellungen auf dem Startbildschirm auswählen.

2. Wechsele in Allgemeine Einstellungen.

3. Tippe auf "Einschränkungen".

4. Tippe auf "Einschränkungen aktivieren".

5. Lege einen Einschränkungscode fest und notiere diesen.

6. Wähle Apps und Funktionen aus, die du einschränken willst.

7. Durch Scrollen nach unten kannst du Inhalte einschränken.

8. Durch weiteres Scrollen kannst du Datenschutz-Einstellungen festlegen – z.B. für Soziale Netzwerke.

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Tipp: Sobald Einschränkungen in iOS aktiviert wurden, sind ggf. deaktivierte Apps oder Dienste auf dem Startbildschirm nicht mehr sichtbar.

Achtung: Du hast den Einschränkungscode verloren? Dann musst du die Daten auf dem Kinderhandy löschen. Wenn das iPhone deines Kindes mit iTunes synchronisiert ist, kannst du die Löschung über iTunes vornehmen. Alternativ kann die Löschung auch über den Wartungszustand des Gerätes erfolgen. Eine genaue Anleitung hierfür findest du auf der Support-Seite von Apple.

Pop-Ups auf dem Kinderhandy blockieren

Warum solltest du Pop-ups blockieren – und was sind Pop-ups überhaupt? Pop-Ups sind plötzlich auftauchende Elemente im Internet, die in einem separaten Fenster geöffnet werden – das kann z.B. Werbung oder auch eine andere Website sein. Im besten Fall wird das als störend empfunden. Im schlimmsten Fall aber öffnen Pop-Ups sogar nicht vertrauenswürdige oder nicht jugendfreie Inhalte. Daher solltest du sie in jedem Fall blockieren.

Pop-ups in Chrome (Android) blockieren

So blockierst du Pop-ups auf einem Android-Kinderhandy:

  1. Tippe auf die Chrome App
  2. Tippe auf die Navigation am oberen rechten Bildschirmrand
  3. Scrolle zu den "Einstellungen" und tippe darauf
  4. Scrolle zu den "Website-Einstellungen" und tippe darauf
  5. Scrolle zu "Pop-ups" und tippe darauf
  6. Schiebe den Regler nach links
  7. Pop-ups sind nun im Chrome Browser deaktiviert

Pop-ups blockieren auf dem iOS-Kinderhandy

Pop-ups auf einem Smartphone für Kinder mit Apple-Betriebssystem ist kinderleicht:

  1. Tippe auf die "Einstellungen" deines iPhones. Wähle hierzu die entsprechende App auf dem Startbildschirm aus.
  2. Scrolle nach unten und tippe auf "Safari".
  3. Scrolle zu den "Allgemeinen Einstellungen", und zwar bis zum Punkt "Pop-ups blockieren".
  4. Schiebe den Regler nach rechts
  5. Starte den Safari-Browser neu. Pop-ups sind jetzt deaktiviert.

Du verwendest eine andere Browser App? Dann empfehlen wir dir, auf der Seite des Entwicklers nachzuschauen oder in den Browser-Einstellungen zu suchen.

Browser und Suchmaschinen extra für Kinder

Für Kinder von 6–12 Jahren eignet sich die fragFINN-App besonders gut als Browser. Neben der Sperre von Pop-ups zeichnet sich der Browser außerdem dadurch aus, dass mit ihm ausschließlich von medienpädagogischen Teams geprüfte Webseiten aufrufbar sind. Des Weiteren bietet der Browser eine eigene Kindersuchmaschine, um "erlaubte" Webseiten zu finden. Übrigens: Die besten Apps für Kinder stellen wir dir in einem eigenen Ratgeber vor.

In-App-Käufe auf dem Kinderhandy blockieren

In-App-Käufe sind zusätzliche kostenpflichtige Funktionen innerhalb von Apps. Gerade Spiele werden kostenlos angeboten – im Verlauf des Spieles werden dann aber kostenpflichtige Funktionen beworben. Mehr Informationen zu den Gefahren von In-App-Käufen findest du hier.

In-App-Käufe in iOS (Apple) deaktivieren

  1. Wähle auf dem Startbildschirm "Einstellungen".
  2. Wechsele in die „Allgemeine Einstellungen“
  3. Tippe auf "Einschränkungen".

In-App-Käufe auf dem Android-Kinderhandy blockieren

Für Android kannst du In-App-Käufe nicht grundsätzlich deaktivieren. Du kannst aber sicherstellen, dass vor jedem Kauf zunächst das Google-Passwort des Kontos eingegeben werden muss, mit dem das Smartphone oder Tablet benutzt wird.

  1. Öffne den Play-Store und tippe auf die sog. Burger-Navigation (die drei Striche) im Suchschlitz
  2. Scrolle nach unten und tippe auf "Einstellungen".
  3. Scrolle zur "Nutzersteuerung" und tippe auf "Authentifizierung für Käufe erforderlich".
  4. Wähle zwischen "nie", "alle 30 min oder "immer".

Mobile Datennutzung: Kinderhandy nur mit Virenschutz

Jederzeit ins Internet, unterwegs surfen und chatten – das klingt verlockend, unbedingt notwendig ist es aber nicht. Zuhause und bei Freunden ist meist ein gesichertes WLAN-Netzwerk verfügbar. Viele Apps für Kinder funktionieren zudem auch im Offline-Modus. Hinzu kommt: Bei gefährdeten Jugendlichen kann ständig und überall verfügbares Internet die Entstehung einer Handysucht begünstigen. Jugendliche, die mobil auf das Internet zugreifen, sollten unbedingt einen Viren-Scanner sowie eine Drittanbietersperre installieren. Erkläre deinem Kind auch unbedingt, dass Fremde über öffentlich zugängliche Netzwerke leicht persönliche Daten und Passwörter ausspähen und missbrauchen können.

Greife bei Anti-Virenprogrammen nur auf die Produkte von großen, namhaften Herstellern wie z.B.

  • McAfee
  • Norton
  • Avast

zurück. Ihre Anti-Virenprogramme wurden in unterschiedlichen und unabhängigen Tests gut bewertet. Einen guten Überblick und Vergleich verschiedener Antivirus-Programme für Android findest du z. B. bei AV-Test.

Kostenkontrolle: Auch auf den Handytarif kommt es an

Häufig läuft das erste Handy der Kinder über den Mobilfunkvertrag der Eltern. Das erspart zwar die Suche nach einem geeigneten Tarif und ermöglicht den Eltern einen Überblick über die Handynutzung ihres Kindes – hohe Handykosten fallen allerdings erst bei der monatlichen Abrechnung auf.

Prepaid-Tarif für Kinder sorgt für Kostenkontrolle

Ein eigener Prepaid-Tarif kann eine günstige und flexible Alternative zum Familien-Laufzeitvertrag sein. Welcher Tarif die niedrigsten Kosten bietet, hängt von den Handynutzungsgewohnheiten, aber auch vom gewünschten Smartphone ab. Es lohnt sich, die verschiedenen Optionen durchzurechnen: Schau dir dazu unseren Ratgeber zu Handytarife für Kinder an. Hier findest du alles zu Finanzierung von Kinderhandys mit konkreten Tarif-Rechenbeispielen.

Apps zur Kostenkontrolle

Welche Entgelte sind bereits angefallen? Apps zur Kostenkontrolle können helfen, Verbräuche und Kosten im Blick zu behalten.

Mit der App von WhatsApp SIM hast du einen einfachen Überblick über die Mobilfunkkosten deines Kindes. Es gibt aber auch Drittanbieter-Apps für die Kostenkontrolle.

Am besten installierst du eine solche App direkt beim Einrichten des Kinderhandys – so beugst du unangenehmen Überraschungen bei der Handyrechnung vom Start weg wirksam vor.

Handyortung: Wie sinnvoll ist die Funktion fürs Kinderhandy?

Handyortung – das kennt man aus dem Fernseh-Krimi, aber auch aus eigener, leidvoller Erfahrung, wenn das Smartphone verloren gegangen ist oder gestohlen wurde: Per GPS-Datenbestimmung kann man online den Standort des Handys erfahren und je nach Betriebssystem sogar die Handyfunktionen aktivieren.

Aber auch Eltern versprechen sich von der Handyortung zusätzliche Sicherheit: Wenn das Kind nicht zur vereinbarten Zeit zu Hause ist oder auf Anrufe einfach nicht reagiert, lässt sich per GPS genau feststellen, wo sich es sich gerade befindet. Die Technik ist nicht neu – aber neben der klassischen Handyortung gibt es mittlerweile auch spezielle Tracking Apps, mit denen Eltern sogar extern auf das Kinderhandy zugreifen können, seine Online-Aktivität überprüfen oder bestimmte Handy-Funktionen sperren können.

Wie funktioniert die Handyortung?

Funkzellenortung
Dabei wird bestimmt, an welchem Sendemast sich ein Mobilgerät eingewählt hat. Das Verfahren funktioniert mit Smartphones, Tablets und klassischen Handys. Der Standort kann auch dann ermittelt werden, wenn der Nutzer die GPS-Datenübermittlung deaktiviert hat und sogar, wenn das Handy abgeschaltet ist. Daher ist die Funkzellen-Ortung den Behörden vorbehalten und bedarf einer Genehmigung.

GPS-Ortung von Kinderhandys
Solange das GPS eines Smartphones nicht deaktiviert ist, übermittelt es permanent seinen Standort – ansonsten wären Dienste wie Google Maps oder die Standortangaben auf Facebook und Instagram gar nicht möglich. Per App lässt sich der jeweilige Standort eines Kinderhandys mit GPS auch extern feststellen. Das funktioniert für das eigene Smartphone und für fremde Geräte – allerdings nur mit Zustimmung des Besitzers. Eltern dürfen also eine Ortungs-App nicht gegen den Willen ihres Kindes auf dessen Smartphone installieren.

WLAN-Ortung
Auch über öffentliche WLAN-Netze kann man ein Handy orten. Allerdings funktioniert die Standortbestimmung nur, solange sich das Handy im eher kleinen Radius eines bekannten WLAN-Netzes aufhält. Um einen (unbekannten) Aufenthaltsort zu bestimmen, ist diese Ortungsmethode nicht sinnvoll.

Kann ich die Ortung am Kinderhandy selbst einstellen?

Die drei wichtigsten Betriebssysteme iOS, Android und Windows bieten jeweils voreingestellte Ortungsfunktionen – nicht nur, wenn ein Kind nicht erreichbar ist, sondern auch bei Handyverlust oder Diebstahl.

Handyortung für Android Handy

Die von Android selbst angebotene Funktion nennt sich "verloren gegangenes Android-Gerät finden". Die Grundvoraussetzung hierfür ist der Zugriff auf das Google-Konto.

Das gesuchte Smartphone muss:

  • eingeschaltet sein
  • im Google-Konto angemeldet sein
  • die Standortermittlung aktiviert haben
  • die Funktion "Mein Gerät finden" aktiviert haben (in Android standardmäßig aktiviert)
  • WLAN haben oder mit dem mobilen Datennetz verbunden sein

Tipp: Du bist an deinem Computer mit dem gleichen Google-Account angemeldet wie auf deinem Handy? Dann kannst du auch einfach "Wo ist mein Handy" googeln. Achtung: Wenn du dein Smartphone auf diese Art und Weise aufspürst, wird das Gerät über die Suche informiert. Im Klartext: Du kannst dein Handy mit dieser Variante nicht unbemerkt orten.

Eine weitere Alternative ist die von Google entwickelte App Find My Device. Mit Find My Device kannst du dein Handy über ein anderes Gerät orten und sogar sperren.

Handyortung für iOS

Die von iOS angebotene Funktion zur Ortung eines iPhones, AirPods oder einer Apple Watch nennt sich "Mein iPhone suchen". Für die Suche nach dem iPhone eines Familienmitgliedes gibt es zusätzlich die Funktion "Meine Freunde suchen". Auch bei Apple gibt es einige Grundvoraussetzungen zur Ortung. Das iPhone muss

  • eingeschaltet sein
  • "Mein iPhone suchen" eingerichtet haben
  • online sein

Vertrauen und Kontrolle – der Mix macht‘s

Sprich mit deinem Kind über das Thema Handyortung, bevor du die Ortungsfunktion in den Systemeinstellungen aktivierst oder eine Ortungs-App für Kinder herunterlädst – ohne die Zustimmung deines Kindes lässt sich eine solche App ohnehin nicht auf dem Handy installieren. Das Kinderhandy orten solltest du nur in Notfällen. Gegen den Grundsatz werden auch deine Kinder sicher nichts haben, wenn ihr gleichzeitig klare Verhaltensregeln für den Umgang mit dem Handy festlegt. Dazu kann zum Beispiel gehören, dass dein Kind zügig auf Anrufe der Eltern reagiert. Oder dass es von sich aus anruft, wenn es länger unterwegs ist – so wird die Handyortung gar nicht erst zum Thema.

Praktische Tipps rund um Handynutzungsregeln für Kinder und eine Vorlage für einen Handynutzungsvertrag zwischen Kindern und Eltern findest du in unseren Handyregeln für Kinder.