Ihr neues Smartphone
und wie es einzurichten ist

Bei einem neuen Smartphone muss während der ersten Inbetriebnahme einiges beachtet werden. Denn viele Funktionen des Handys sind nach Ihren Vorstellung individualisierbar. Im Folgenden erfahren Sie, was es mit den verschiedenen Betriebssystemen auf sich hat und wie die ersten Schritte mit Ihrem Smartphone aussehen.

2. Das Betriebssystem

Ein Smartphone bietet nicht nur beinahe den Komfort und Funktionsumfang eines Computers, es funktioniert auch fast wie einer. Deshalb hat das Smartphone ein Betriebssystem. Das sorgt dafür, dass die eingebaute Hardware mit der Software funktioniert. Für den Benutzer unterscheiden sich Betriebssysteme vor allem in der Benutzeroberfläche und in der Bedienung.

Vom heimischen PC ist Ihnen vielleicht Windows bekannt. Dieses Betriebssystem ist auch auf sogenannten Windows-Phones zu finden. Diese sind aber nur wenig verbreitet. Die bekanntesten Betriebssysteme sind Android und iOS. Android ist das Betriebssystem aus dem Hause Google und wird vor allem von Marken wie Samsung, Huawei, LG und vielen weiteren Herstellern verwendet. iOS ist exklusiv auf iPhones und weiteren Apple-Produkten zu finden. Android hat dabei laut aktuellen Statistiken einen Marktanteil von knapp 69 Prozent, iOS 30 Prozent.

Android ist mit knapp 60% Marktanteil aktuell das führende mobile Betriebssystem. Dahinter liegt iOS mit knapp 30%, während Windows nur einen verschwindend geringen Prozentsatz aufweist.

Beide haben Ihre Vor- und Nachteile und in Fachkreisen wird gelegentlich mit fast religiösem Eifer darüber gestritten, welches das bessere Betriebssystem ist.

Vor- und Nachteile iOS

Vorteile Nachteile
Einfach in der Bedienung Apps nur im hauseigenen Store verfügbar
Zubehör kann nur unter Apple-Produkten getauscht werden

Vor- und Nachteile Android

Vorteile Nachteile
Offenes System: unzählige Apps, da auch Apps aus anderen Quellen installiert werden können Anfälliger für Fehler und Update-Probleme
Zubehör kann im Regelfall markenübergreifen verwendet werden

Beim Betriebssystem auf Bekanntes vertrauen

Wenn Sie eines der Betriebssysteme bereits kennen, sollten Sie erneut auf dieses zurückgreifen. Das erleichtert den Einstieg ungemein. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit einem Betriebssystem haben, könnten Sie sich an dem Ihrer Freunde oder Ihrer Angehörigen orientieren. So können diese Ihnen beim Einrichten des Smartphones helfen, da sie das Betriebssystem vom eigenen Handy kennen. Der Einstieg kann überfordern, es schadet also nicht, sich Hilfe zu holen.

3. Die Checkliste zum Einrichten

  • Da viele Funktionen eines Smartphones eine WLAN-Verbindung bzw. eine Internet-Verbindung voraussetzen, wird die WLAN-Verbindung im Normalfall auch gleich beim ersten Starten des Handys abgefragt. Dafür müssen Sie Ihr WLAN-Passwort eingeben. Das ist entweder standardmäßig auf der Unterseite des Internet-Routers vermerkt, in Ihren Unterlagen zu finden oder kann, falls Sie es manuell geändert haben, online auf der Benutzeroberfläche Ihres Routers nachgesehen werden. Am besten notieren Sie sich den WLAN-Schlüssel an einem sicheren Ort, damit Sie immer darauf zugreifen können.

    Es sollte zudem beim Eingeben des Passworts eine Einstellung anwählbar sein, die dafür sorgt, dass Sie immer wieder automatisch in das Netz eingeloggt werden. Das heißt, wenn Sie die WLAN-Reichweite verlassen und anschließend wieder zurückkommen, müssen Sie das Passwort nicht erneut eingeben. Gleiches können Sie einstellen, wenn Sie bei Besuchen das WLAN-Netz von Freunden und Bekannten nutzen.

  • Ihr Smartphone können Sie mit unterschiedlichen Klingeltönen ausstatten. Dazu müssen Sie in die Einstellungen gehen und den Menüpunkt „Töne“ finden. Hier bietet sich Ihnen eine große Auswahl an verschiedenen Melodien an. Wenn Sie mp3-Dateien auf Ihrem Handy gespeichert haben, können Sie auch ganz eigene Lieder oder einfach Ihr Lieblingslied als Klingelton verwenden.

    Unter diesen Menüpunkten finden Sie weiterhin alle Einstellungen zur Lautstärke Ihres Handys. Das betrifft sowohl den Klingelton, die Wiedergabe von Medien als auch die Benachrichtigungen von Apps. Empfangen Sie zum Beispiel beim Kurznachrichtendienst WhatsApp eine Nachricht, informiert Sie das Handy darüber. Sie entscheiden, ob dies mit oder ohne Ton geschieht.

    Gerade wenn eine Hörschwäche vorliegt, ist die Lautstärke entscheidend. Es sollte schon vor dem Kauf des Handys darauf geachtet werden, ob die maximal mögliche Lautstärke beim Klingelton, aber auch die Gesprächslautstärke ausreichend ist. Dabei kommt es auch auf die Klangqualität und damit auf die hochwertige Verarbeitung der Lautsprecher an. Diese sollten vorab im Geschäft oder bei Handys von Freunden getestet werden.

    Unter dem Menüpunkt „Apps“ oder „Anwendungen“ können Sie immer auswählen, ob eine App Sie überhaupt benachrichtigen soll. Viele Apps tun das standardmäßig, obwohl das, anders als bei einer Messenger-App, gar nicht nötig ist und sogar lästig werden kann. Sie sollten die Berechtigungen von Apps also immer überprüfen und anpassen.

  • Das Smartphone sollte grundsätzlich mit einer PIN, einer vierstelligen Zahlenkombination, gesichert sein. Mit der PIN wird die SIM-Karte aktiviert. Diese Nummer ist voreingestellt und wird jedes Mal beim Starten des Handys abgefragt. Sie kann auch als Entsperrcode dienen, wenn dies gewollt wird. Dazu im nächsten Abschnitt mehr.

    Wenn Sie eine andere Zahlenkombination wünschen, können Sie diese jederzeit ändern. Aber auch im laufenden Betrieb sollten sogenannte Entsperrcodes eingestellt sein, die beim Aktivieren des Bildschirms abgefragt werden. Das dient der Sicherheit im Falle eines Verlustes oder Diebstahls. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten.

    Sie könnten ein selbstgewähltes Passwort nutzen. Das würde den höchsten Sicherheitsstandard garantieren. Auch die schon erwähnte PIN-Nummer wird häufig verwendet. So müssen Sie sich nur eine Nummer für beide Sicherheitsschranken – Aktivierung der SIM-Karte, Entsperrung des Bildschirms – merken. Am gängigsten ist aber sicherlich die Methode des Musters.

    Es erscheinen neun im Quadrat angelegte Punkte. Diese Punkte (so viele Sie möchten, es müssen nicht alle neun sein) verbinden Sie mit einem von Ihnen gewählten Muster. Beim Entsperren müssen Sie nun dieses Muster nachzeichnen. Viele Menschen nutzen die Muster-Sicherung, weil sie schnell eingegeben werden kann. Das Muster gilt aber nicht als die sicherste Variante.

    Unter den Menüpunkten, die sich mit der Gerätesicherheit beschäftigen, können Sie zwischen den verschiedenen Sperrmethoden wählen und immer wieder wechseln. Sollten Sie den Entsperrcode einmal vergessen, können Sie diesen mit der von Ihnen hinterlegten E-Mail-Adresse zurücksetzen. Diese sollten Sie allerdings auf keinen Fall vergessen.

    Moderne Smartphones bieten auch Sicherheitsabfragen per Fingerabdruck, Iriserkennung oder Gesichtserkennung. Diese Sicherheitskriterien sind natürlich nicht kopierbar und damit hochgradig sicher. Sie hängen allerdings stark vom fehlerlosen und einwandfreien Funktionieren der Technik ab und sind damit nicht jedermanns Sache. Wenn Sie sich Ihre PIN-Nummer am einfachsten merken können, sollten Sie diese nutzen. Am schnellsten und unkompliziertesten funktioniert es mit der Muster-Sperrung.

  • In Ihrem digitalen Telefonbuch auf dem Smartphone können Sie alle wichtigen Telefonnummern einspeichern und verwalten. Sie müssen lediglich unter dem Icon für das Telefonbuch oder Kontakte einen neuen Eintrag hinzufügen, dann die Nummer und den dazugehörigen Namen eingeben und den Eintrag speichern. Dieser kann jetzt jederzeit wieder aufgerufen werden.

    Auch Ihre E-Mails können Sie über das Smartphone abrufen. Dazu können Sie entweder das E-Mail-Icon nutzen und sich dort mit Ihrer E-Mail-Adresse und Ihrem Passwort anmelden oder Sie nutzen die App Ihres jeweiligen E-Mail-Anbieters (GMX, Web, Google etc.). Diese müssen Sie aber in den meisten Fällen kostenlos herunterladen. Mit allen genannten Programmen können Sie Mails empfangen, verwalten und auch schreiben.

4. Nützliche Apps für Senioren

Der App-Store, ganz gleich ob von Apple oder Google, bietet Ihnen eine schier unüberschaubare Auswahl an Apps in jedem Preissegment. Um hierbei den Überblick zu behalten, finden Sie im Folgenden eine Zusammenstellung der nützlichsten Apps für Senioren im Bereich Bedienhilfen, Gesundheit, Kommunikation und Gehirntraining:

  • BIG Launcher: Der „BIG Launcher“ wird schon von über 10.000 Menschen genutzt und ist gerade bei Senioren äußerst beliebt. Wenn Sie kein spezielles Senioren-Smartphone haben, stoßen Sie vielleicht immer wieder auf Probleme in der Bedienung. Hier setzt der „BIG Launcher“ an. Die App verändert Ihre Nutzeroberfläche und simuliert die Vorteile eines Senioren-Smartphones. Die Menüführung wird vereinfacht und auf die wichtigsten und von Ihnen am häufigsten verwendeten Funktionen beschränkt. Die Icons Ihrer Apps werden ausreichend groß und übersichtlich angeordnet. Auch die Schriftgröße und die Farbkontraste können Sie zu einer besseren Sichtbarkeit ganz einfach verstellen. Die App kostet in der Vollversion 9,99 Euro. Sie können aber auch vorerst die „BIG Launcher Demo“ testen. Diese Probeversion ist kostenlos. Ihre Funktionen sind zwar begrenzt, sie vermittelt aber dennoch einen guten ersten Eindruck und hilft Ihnen bei der Entscheidung, ob diese App für Sie eine Anschaffung wert ist.
    Big Launcher

  • WhatsApp: „WhatsApp“ wird von über einer Milliarde Menschen auf der Welt genutzt und fehlt auf so gut wie keinem Handy. Die App ist ein sogenannter Messenger, das heißt, es können online Nachrichten, Videos und Sprachaufnahmen versendet werden. Sowohl die App als auch das Versenden und Empfangen der Nachrichten sind kostenlos. Gerade deshalb und auch wegen der einfachen Bedienung ist WhatsApp das Kommunikationsmittel Nummer 1 bei so vielen Smartphone-Besitzern. Dank mobiler Daten können Sie die App auch unterwegs nutzen. So sind Sie immer in Kontakt mit Freunden und Verwandten. Und gerade die jüngere Generation Ihrer Enkel werden Sie per WhatsApp leichter und schneller erreichen als mit jeder SMS. Das Versenden von Bildern ist zudem praktisch, wenn Sie Ihre Freunde und Verwandten an Ihren Erlebnissen teilhaben lassen wollen.

  • Skype: Die Kommunikations-App „Skype“ ist ebenfalls schon über eine Milliarde Mal heruntergeladen worden und damit eine der beliebtesten Apps der Welt. Mit Skype können Sie online telefonieren und sogar per Video miteinander sprechen. Das bedeutet, dass Sie über die Kamera des Smartphones Ihr Gegenüber live beim Gespräch sehen. Dazu brauchen Sie nur eine Internetverbindung über Ihre mobilen Daten oder im Idealfall über eine WLAN-Verbindung. Gerade wenn Freunde oder Familienangehörige nicht in Ihrer Nähe wohnen und nicht jederzeit besucht werden können, ist die Videofunktion zu empfehlen. Sie wird Ihren regelmäßigen Gesprächen eine ganz neue und besondere Qualität verleihen. Die App ist kostenlos. Sie müssen lediglich mit Ihrer E-Mail-Adresse einen Account bei Skype anlegen.
    Skype

  • MediSafe: Auch in Fragen der Gesundheit können Apps den Alltag erleichtern. So kümmert sich „MediSafe“ um Ihre Tabletteneinnahme. Sie hilft allen, die regelmäßig und zu bestimmten Uhrzeiten bestimmte Tabletten nehmen müssen. Mit „MediSafe“ können Sie sich an jede Tabletteneinnahme erinnern lassen. Sie geben ein, welche Tablette in welcher Dosis wann eingenommen werden muss und lassen sich mit einem Weckton daran erinnern. Wenn Sie eingeben, wie viele Tabletten einer Sorte vorrätig sind, erinnert Sie die App sogar daran, wenn der Vorrat zu Ende geht. Die App ist kostenlos und kann deshalb von allen Senioren, die auf Tabletten angewiesen sind, ganz einfach getestet werden.

    MediSafe
    MediSafe

  • Lumosity: Im Kopf fit zu bleiben, ist vielleicht das Wichtigste im Alter. Auch dabei können Apps helfen. „Lumosity“ ist ein Gehirntraining, bei dessen Entwicklung Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen beteiligt waren. So werden Ihnen fundierte kognitive und neuropsychologische Herausforderungen in Form von Spielen, Rätseln und Knobeleien gestellt. Sie können sich damit echte Trainingseinheiten und -routinen für jeden Tag zusammenstellen und so Ihre Fähigkeiten stetig verbessern. Die Basis-Version kann kostenlos getestet werden. Die Premium-Version bietet noch mehr Möglichkeiten im Bereich der Analyse und Statistiken und uneingeschränkten Zugriff auf alle Aufgaben. Sie ist mit einem monatlichen Abo erhältlich, das 11,99 Euro kostet. Ob Ihnen die App das Geld wert ist, testen Sie am besten zunächst mit der kostenlosen Variante.
    Lumosity

  • Kreuzworträtsel Free: Auch mit Kreuzworträtseln tut man etwas für die Gehirnzellen und die Allgemeinbildung. Die App „Kreuzworträtsel Free“ bietet verschiedene Schwierigkeitsgrade und Sprachen. Sie wird von über einer Million Menschen genutzt und liefert unzählige Kreuzworträtsel für unterwegs. Die App kann kostenlos heruntergeladen werden.
    Kreuzwortraetsel_free

  • Notfall-ID: Sollte ein Notfall auftreten, bei dem Sie einem helfenden Notarzt nicht mehr eigenständig Auskunft geben können, steht dieser vor einem Problem. Er weiß nichts über Ihre medizinische Vorgeschichte, obwohl gerade diese Informationen nun helfen und lebenswichtige Zeit sparen würden. Eine Gruppe von Ärzten wollte dieses Problem lösen. So ist die App „Notfall-ID“ entstanden. In diese App können Sie alle relevanten medizinischen Daten eintragen: Vorerkrankungen, eingenommene Medizin, Blutgruppe etc. Der Arzt kann im Fall der Fälle dann Ihr Smartphone in die Hand nehmen, auf die Informationen zugreifen und Ihnen zielgerichtet helfen. Denn die Informationen sind auch vom Sperrbildschirm aus immer anwählbar. Der Arzt muss also weder Ihr Muster, Passwort oder eine andere Sperrmethode kennen. Damit das medizinische Personal sofort weiß, dass auf Ihrem Smartphone alle wichtigen Daten gespeichert sind, können Sie ein passendes Armband kaufen. Das signalisiert dem Arzt, dass er auf dem Handy nachsehen sollte. Dieser Dienst kostet 12 Euro pro Jahr. Immer wieder gibt es von Herstellerseite aber Angebote, um die App kostenlos zu testen.

    Notfall-ID
    Notfall-ID

4.1 Die Bedienung der Apps

Apps erfordern die Benutzung der Touch-Screen-Tastatur. Die Nachrichten bei WhatsApp, das Lösen der Kreuzworträtsel oder die Eingabe der medizinischen Daten funktionieren über die virtuellen Tasten. Sollte Ihnen das Tippen auf dem Touch-Screen schwerfallen, ist eine haptische Tastatur zu empfehlen. Wenn Sie dennoch nicht auf die Möglichkeiten eines modernen Smartphones verzichten wollen, könnte ein Hybrid-Modell in Frage kommen.

Das „emporia Smart“ zum Beispiel enthält eine Tastatur, die wie eine Hülle bei Bedarf auf das Handy geklappt werden kann und so das haptische Drücken der Tasten auf den Bildschirm überträgt. Wenn Sie anschließend wieder die gesamte Breite des Displays nutzen möchten, kann die Tastatur weggeklappt werden. Die Kombination von Touch-Screen und echter Tastatur erleichtert vielen Senioren die Bedienung Ihres Smartphones und die Nutzung der Apps.