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Kinder und soziale Medien – was Eltern wissen sollten

Telefonieren mit dem eigenen Handy steht für Kinder und Jugendliche längst nicht mehr an erster Stelle: Die aktuelle JIM-Studienreihe des Medienpädagogischen Forschungsverbandes Südwest zeigt, dass Schüler am Smartphone in erster Linie texten, chatten, Musik hören und Bilder und Videos teilen. Laut JIM-Studie kommunizieren 95 % der 12- bis 19-Jährigen regelmäßig über WhatsApp, rund die Hälfte nutzt die sozialen Plattformen Instagram und Snapchat.

Aber so schnell und intuitiv sich die meisten Kinder die sozialen Netzwerke auch aneignen, der kompetente Umgang mit Social Media will gelernt sein. Kenne ich die „Freunde“, mit denen ich online chatte? Was passiert mit den persönlichen Daten, die ich für mein Nutzerprofil zur Verfügung stellen muss? Welche Inhalte darf ich teilen und welche nicht? Und ist es für mich ein Problem, wenn ich mal einen Tag nicht online bin? Diese Fragen sollten sich Eltern und Kinder gemeinsam stellen, bevor ein Profil bei Facebook, Instagram oder Snapchat angelegt wird. Schauen Sie genau hin, welche Communities Ihr Kind nutzt und legen Sie von Anfang an klare Verhaltensregeln fest. Dieser Ratgeber soll Ihnen als Leitfaden dienen, wie Sie Ihr Kind bei der sicheren Nutzung der wichtigsten sozialen Medien unterstützen.

1. WhatsApp und Instagram sind Spitze bei den Jugendlichen

WhatsApp

WhatsApp: Für die Kommunikation unter Jugendlichen längst unverzichtbar

Facebook hat im Vergleich von 2014 zu 2017 an Bedeutung verloren. Betrachtet man den deutlichen Anstieg der Instagram-Nutzer über alle Altersgruppen hinweg, kann man davon ausgehen, dass viele ehemalige Facebook-Nutzer sich heute eher auf Instagram oder anderen spezialisierten Social-Media-Netzwerken präsentieren. Bis 2020 dürften die Nutzerzahlen für Instagram weiter steigen – und technische Faktoren wie Handy-Kameras und Bildbearbeitungs-Apps auch für jüngere Altersgruppen an Bedeutung gewinnen.

WhatsApp bleibt der Spitzenreiter unter den sozialen Medien: In den vergangenen drei Jahren sind die Nutzerzahlen über alle Altersgruppen hinweg gestiegen. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren liegt der Anteil 2017 schon bei 95 %. Man kann davon ausgehen, dass 2020 nahezu 100 % WhatsApp nutzen werden. Bemerkenswert ist der Anstieg in der Gruppe der 10- bis 11-Jährigen – rund ein Drittel in drei Jahren. Es zeichnet sich ab, dass auch in dieser Altersgruppe die Kommunikation bald größtenteils über WhatsApp ablaufen wird – damit wächst auch für jüngere Kinder der Wunsch nach einem eigenen Smartphone. Lesen Sie hier mehr darüber, wann das richtige Alter für das erste eigene Handy ist.

2. WhatsApp und Instagram sind Spitze bei den Jugendlichen

Social Media ist ein Überbegriff für unterschiedliche Online-Communities – Plattformen im Internet, auf denen Menschen miteinander kommunizieren, sich austauschen oder Informationen teilen können. Der soziale Aspekt – also die Interaktion mit Menschen auf der ganzen Welt – stand ursprünglich im Vordergrund. Heute nutzen viele die sozialen Medien aber auch, um sich selbst und den eigenen Lebensstil darzustellen, oder um sich ein bestimmtes Image zu schaffen.

In der Regel müssen Nutzer ein persönliches Profil erstellen, das sie entweder öffentlich oder nur für eine bestimmte Gruppe von Kontakten zugänglich machen. Indem die Nutzer ihr Profil mit anderen Nutzern verknüpfen, können sie mit Freunden in Kontakt bleiben, neue Kontakte knüpfen oder sich jeweils aktuell zu den eigenen Interessen informieren.

2.1 Facebook

Facebook ist eines der ersten sozialen Netzwerke, die weltweit erfolgreich wurden. Facebook ist eine Community, die das Teilen von persönlichen Statusmeldungen, Nachrichten, Bildern und Videos ermöglicht, bietet eine Chat-Funktion, den Austausch persönlicher Nachrichten sowie Videotelefonie.

    • Anzahl Nutzer: mehr als 1,5 Mrd. weltweit
    • wichtigste Eigenschaften: kostenlos, auf PC, Handy und Tablet nutzbar, mit allen Betriebssystemen kompatibel
    • Vorsicht! Facebook ist ab 13 Jahre freigegeben, aber die Altersangabe im Profil wird nicht wirklich überprüft. Facebook wird intensiv zu Werbe- und Marketingzwecken genutzt. Dabei sind auch viele unseriöse Angebote, etwa gefälschte Freundesanfragen, die die persönlichen Profildaten weitergeben, oder vermeintliche Sonderangebote, in denen sich teure Drittanbieter-Abos verstecken. Kinder und Jugendliche, die Facebook nutzen möchten, sollten unbedingt eine Drittanbietersperre einrichten und bei Facebook die nötigen Sicherheitseinstellungen aktivieren, die zum Beispiel das Posten öffentlicher Nachrichten verhindern.

2.2 Instagram

Instagram ist eine Foto- und Video-Sharing-Plattform, die ursprünglich durch ihre Filterfunktionen beliebt wurde, mit denen man digitalen Bildern einen Vintage-Look geben konnte. Heute wird Instagram sowohl privat als auch gewerblich genutzt – insbesondere von Influencern, die Geld damit verdienen, auf ihren Bildern Marken oder Produkte in Szene zu setzen.

    • Anzahl Nutzer: 600 Millionen Nutzer weltweit (2016)
    • wichtigste Eigenschaften: kostenlos, Profil nur mit Smartphone möglich, als Follower für Smartphone, PC und Tablet nutzbar, mit allen Betriebssystemen kompatibel
    • Vorsicht! Instagram ist ab 13 Jahre freigegeben, das wird vom Hersteller aber nur überprüft, wenn ein minderjähriger Nutzer gemeldet wird. Die Voreinstellung beim Download der App ist „öffentlich“ – Jugendliche sollten daher unbedingt ihr Profil so einstellen, dass nur ausgewählte Kontakte die geposteten Bilder sehen können. Zudem greift Instagram auf die Facebook-Kontaktliste zu. Wer seine Facebook-Freunde nicht genau kennt, sollte den Zugriff verweigern oder die Kontaktliste „aufräumen“.

2.3 Twitter

Twitter ist ein Netzwerk zum Versenden von Kurznachrichten. Die auf 140 Zeichen beschränkten „Tweets“ werden häufig in Form von Mini-Blogs veröffentlicht. Vor allem Unternehmen und Prominente nutzen Twitter, um ihre Follower auf dem Laufenden zu halten. Seit 2017 wurde die Begrenzung auf "echte" 140 Zeichen geändert. Videos und Bilder werden nicht mehr mitgezählt.

    • Anzahl Nutzer: rund 270 Millionen Nutzer weltweit, ein Großteil davon in den USA (2016)
    • wichtigste Eigenschaften: kostenlos, für die Anmeldung braucht man nur eine E-Mail-Adresse, einen Profilnamen und ein Passwort, mit allen Betriebssystemen kompatibel
    • Vorsicht! Twitter überprüft nicht die Identität seiner Nutzer: Jeder kann sich mit einem beliebigen Namen anmelden. Daher ist der Nachrichtendienst auch so beliebt für Spammails – Kinder und Jugendliche können sehr schnell auf kostenpflichtige oder nicht kindgerechte Seiten weitergeleitet werden. Auch für zusätzliche Funktionen, die z. B. das Posten von Bildern erlauben, müssen Passwort und E-Mail an Drittanbieter weitergegeben werden.

2.4 Snapchat

Snapchat ist eine relativ junge App, mit der Fotos und Videos an eine bestimmte Gruppe von Kontakten versendet werden können. Das Besondere ist, dass die Bilder jeweils nur für wenige Sekunden sichtbar sind und danach gelöscht werden.

    • Anzahl Nutzer: 200 Millionen Nutzer weltweit (2016)
    • wichtigste Eigenschaften: kostenlos, nur mit Smartphone und Tablet nutzbar, mit allen Betriebssystemen kompatibel
    • Vorsicht! Vom Hersteller ab 13 Jahren empfohlen. Da die Bilder vermeintlich nur kurze Zeit abrufbar sind, wird Snapchat oft genutzt, um fragwürdige Inhalte zu verbreiten. Allerdings ist es ein Leichtes, das Bild per Screenshot, mit der internen „Memories“-Funktion oder mit Apps wie SnapSave zu speichern. Danach können die Bilder beliebig verbreitet werden. Kinder und Jugendliche sollten genau überlegen, welche Bilder sie auf Snapchat posten und bei der Auswahl der Kontaktlisten sehr kritisch sein. Unbedingt auch „In-App-Käufe“ in den Einstellungen deaktivieren, um kostenpflichtige Updates oder Zusatzfunktionen zu vermeiden.

2.5 Youtube

Youtube ist ein Video-Portal, auf dem Videos online angesehen und geteilt werden können. Nutzer mit einem eigenen YouTube-Kanal können auch eigene Videos veröffentlichen. Anders als bei Facebook oder Snapchat ist bei YouTube die Zahl der reinen Konsumenten, die Inhalte nur ansehen bzw. teilen, weit größer als die Zahl der Nutzer, die aktiv Inhalte produzieren. YouTube ist die wichtigste Plattform für sogenannte Influencer, die regelmäßig unterhaltsame Videos für eine große Anzahl Zuschauer online stellen, in denen sie z. B. auch Produkte oder Marken promoten.

    • Anzahl Nutzer: rund 1 Mrd. weltweit (2016)
    • wichtigste Eigenschaften: kostenlos, kein eigenes Profil erforderlich, auf PC, Handy und Tablet nutzbar, mit allen Betriebssystemen kompatibel
    • Vorsicht! Vom Hersteller ab 13 Jahren empfohlen, Altersangaben werden in der Regel aber nicht überprüft. Da dem Nutzer jeweils Inhalte auf YouTube empfohlen werden, gelangen Kinder schnell an Videos mit gewalttätigen oder sexuellen Inhalten. Individuelle Sicherheitseinstellungen lassen sich nur mit einem eigenen YouTube-Account anpassen – hier lässt sich der „eingeschränkte Modus“ wählen, der fragwürdige Inhalte automatisch blockiert. Nutzer, die Google als Browser auf dem Smartphone nutzen, können zusätzlich den „sicheren Modus“ als Einstellung wählen, bei dem nur kindgerechte YouTube-Inhalte angezeigt werden.

2.6 WhatsApp

Whatsapp ist streng genommen kein soziales Netzwerk, sondern eine Nachrichten-App, die sich mit der Verbreitung von Smartphones als kostenlose Alternative zur SMS etablierte. Da sich die Nutzer aber ebenfalls in Interessengruppen organisieren und Bilder und Videos austauschen können, hat WhatsApp längst

    • Anzahl Nutzer: rund 1 Mrd. weltweit (2016)
    • wichtigste Eigenschaften: kostenlos, Download der App aufs Handy erforderlich, kann auf PC oder Tablet übertragen werden, mit allen Betriebssystemen kompatibel
    • Vorsicht!Kinder und Jugendliche sollten genau überlegen, welche Informationen sie über WhatsApp versenden. In einem Chat oder einer Gruppe geteilte Videos, Bilder oder andere Dateien werden zwar von WhatsApp aus Datenschutzgründen nicht gespeichert, der Empfänger kann sich aber eine Kopie der Datei anlegen. Auch Standortinformationen sollte man nur teilen, wenn man allen Empfängern vertraut. Darüber hinaus bekommt mehr Privatsphäre, wer in den Einstellungen den „zuletzt-online-Status“ verbirgt und das Tonsignal für Nachrichten deaktiviert.

3. Welche Gefahren gibt es für Kinder in den sozialen Medien?

Soziale Netzwerke haben sich zu einer der wichtigsten Kommunikationsformen unter Jugendlichen entwickelt: Wer dazugehören will, muss online sein. Dabei geht es auch um Anerkennung, die die Jugendlichen mit Videos, Fotos und Posts gewinnen möchten. Problematisch wird es dann, wenn die Mediennutzung außer Kontrolle gerät – oder wenn Social Media genutzt wird, um andere bewusst zu verletzen oder zu demütigen. Über folgende Risiken in den sozialen Netzwerken sollten Sie mit Ihren Kindern sprechen:

  • Gerade Newsfeeds und Status-Updates in sozialen Netzwerken verführen dazu, ständig aufs Handy zu schauen, um nur ja nichts zu verpassen. Aber auch Chats und Online-Spiele können süchtig machen. Gegensteuern können Eltern z. B. mit klaren Nutzungsregeln oder mit einem Tarif, der die Handynutzung begrenzt. Hier finden Sie ein Beispiel für einen Handy-Nutzungsvertrag zwischen Kindern und Eltern und weitere Tipps für die verantwortungsvolle Handynutzung.

  • Im Chat oder auf Facebook können Jugendliche von völlig Fremden angesprochen werden, die sich als Freunde ausgeben und schnell an persönliche Informationen herankommen. Auch Fake-Accounts mit den Profildaten von vermeintlichen Freunden werden eingesetzt, um persönliche Daten abzufischen und illegal weiterzuverwenden.

  • Die Anonymität des Internets erleichtert es Nutzern, andere in den sozialen Netzwerken online zu beleidigen, bloßzustellen oder zu belästigen. Öffentlich gepostete Inhalte verbreiten sich schnell und unkontrolliert, so dass Opfer kaum eine Chance habe, sich zu wehren.

  • Selbst für Erwachsene ist es schwer, im Internet die wahren von unwahren Meldungen zu unterscheiden. Über die sozialen Netzwerke verbreiten sich Fake News rasend schnell und werden oft ungefiltert aufgenommen.

  • Die meisten sozialen Netzwerke werden von den Anbietern für Nutzer ab 13 Jahren empfohlen. Viele Jugendliche in diesem Alter können allerdings kaum einschätzen, was online mit ihren persönlichen Daten passiert. Auch die Kosten für Streamings, Downloads und Internetnutzung sind schwer zu überschauen.

    Daher sollten Eltern so früh wie möglich die Gefahren des Internets besprechen und erklären, wie persönliche Daten von Fremden missbraucht werden können. Auch eine Kostenaufstellung ist sinnvoll, in dem sich Ihr Kind ganz genau die monatlichen Handykosten sowie mögliche Zusatzkosten durch Apps oder Ähnliches vor Augen führt. Zusätzlich zu den Kinderschutzeinstellungen sollten im Kinderhandy In-App-Käufe blockiert und die Drittanbietersperre aktiviert werden.

4. Tipps für Eltern: So unterstützen Sie Ihre Kinder bei der Nutzung sozialer Medien

1. Augen auf

Zeigen Sie Interesse für die Online-Aktivitäten Ihres Kindes und informieren Sie sich über die sozialen Netzwerke, die es nutzt.

2. Altersgerechte Netzwerke finden

Für Kinder gibt es spezielle Communities wie Seitenstark.de, Kindersache.de oder Knuddels.de. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach Netzwerken, die seinem Alter und seinen Interessen entsprechen.

3. Gemeinsam registrieren

Machen Sie die Anmeldung im Netzwerk gemeinsam mit Ihrem Kind und erklären Sie ihm, warum es seine persönlichen Daten nicht an Chat-Freunde weitergeben sollte.

4. Sicherheitseinstellungen prüfen

Installieren Sie den Jugendschutzfilter im Handy Ihres Kindes und ändern Sie die Einstellungen in den sozialen Netzwerken so, dass Ihr Kind Beiträge nur an ausgewählte Kontakte versenden kann.

5. Kontakte kritisch prüfen

Fragen Sie Ihr Kind, wie viele seiner Netzwerk-Kontakte es persönlich kennt und behalten Sie ein offenes Auge für auffällige Inhalte.

6. Offline-Zeit schaffen

Einigen Sie sich auf bestimmte Zeiträume, in denen das Handy nicht genutzt wird, etwa zu den Essenszeiten oder am Abend.