Gefahren im Internet für Kinder

Für viele Kinder ist der Umgang mit Online-Medien heute genauso selbstverständlich wie für die meisten Erwachsenen. Auch im Internet lauern jedoch leider zahleiche Gefahren. Sprich deshalb mit deinem Kind rechtzeitig darüber, worauf es im Web besonders achten muss. Denn wer das richtige Bewusstsein für die Gefahren im Internet entwickelt, erkennt diese früh genug und kann sich entsprechend verhalten.

1. Sicherheit im Internet – Gefahren für Kinder im Internet erklärt

Die Gefahren, denen Kinder im Internet ausgesetzt sind, sind vielfältig. Sie reichen von nicht kindgerechten Inhalten wie Pornographie und Gewaltverherrlichung in Bild und Schrift über das sogenannte Grooming bis hin zu Identitätsdiebstahl und Mobbing. Leider ist nicht immer gewährleistet, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugriff auf Bereiche des Internets erhalten, die das Kindeswohl gefährden können. Sei es, weil es keine Zugangsbeschränkung gibt, oder weil Beschränkungen sich mehr oder weniger problemlos umgehen lassen.

Nicht kindgerechte Inhalte auf Webseiten

Als Elternteil solltest du dir der verschiedenen Gründe bewusst sein, aus denen Webseiten mit für Kinder ungeeigneten Inhalten bedenklich sind. Pornographie, Gewaltdarstellungen in Wort und Bild sowie andere nicht kindgerechte Inhalte

  • Können sich negativ auf die seelische und geistige Entwicklung von Kindern auswirken.
  • Können von Kindern und Jugendlichen mit Gleichaltrigen und Jüngeren geteilt werden.

Gerade der zweite Punkt ist insofern wichtig, als das Internet nicht nur den Konsum von verstörenden oder sogar rechtswidrigen Inhalten möglich macht, sondern solche Inhalte zudem geteilt werden können. Spätestens wenn Bilder oder Texte verfassungsfeindlich oder volksverhetzend sind, ist das Teilen sogar strafbar.

Sprich mit deinen Kindern darüber, welche Inhalte verboten sind und warum es dafür gute Gründe gibt. Hilf ihnen, ein Gespür dafür zu entwickeln, welche Inhalte sie bedenkenlos mit anderen teilen dürfen und welche nicht. Auch du als Elternteil bist damit nämlich vor unangenehmen Überraschungen gefeit.

Chats mit Unbekannten

Chats und Videoanrufe bieten eine gute Möglichkeit, mit anderen Kontakt zu halten – auch und gerade dann, wenn der direkte Kontakt aus irgendeinem Grund nicht möglich ist. Mit Blick auf den Online-Chat per WhatsApp & Co. sollten für deine Kinder im Prinzip die gleichen Regeln gelten wie im Rest des Alltags. Und das bedeutet: Auf Chats mit Unbekannten sollte dein Kind sich erst gar nicht einlassen. Erwachsene können sich Kindern und Jugendlichen gegenüber nämlich als Gleichaltrige ausgeben und so versuchen, Vertrauen aufzubauen.

Gefahrenquelle Grooming

Der Versuch, sich das Vertrauen von Kindern zu erschleichen, kann z.B. dem sogenannten Grooming dienen. Darunter versteht man die gezielte Kontaktaufnahme von Erwachsenen mit Minderjährigen zum Zwecke des Missbrauchs. Dieser Missbrauch kann übrigens schon im digitalen Raum erfolgen – z.B., indem Erwachsene Kinder und Jugendliche zum Austausch von Fotos animieren. Mach deinem Kind deshalb frühzeitig klar, dass es Bilder von sich und anderen ausschließlich mit Personen teilen darf, die es persönlich aus dem wirklichen Leben kennt.

Datenschutz für Kinder und Jugendliche

Wer Gefahren im Internet für Kinder erklärt, kommt um das Thema Datenschutz nicht herum. Das ist schon mit dem Blick aufs Thema Stalking erforderlich. Mach deinem Kind deutlich, dass es für Chats und andere Formen des Austauschs im Internet grundsätzlich keinen Klarnamen verwenden sollte. Fremde können nämlich ggf. schon anhand von Namen Rückschlüsse auf Wohnorte und genaue Adressen ziehen. Darüber hinaus kann die Nutzung von Klarnamen den Identitätsdiebstahl erleichtern – Fremde können sich die Identitäten anderer Nutzer aneignen und in deren Namen illegalen Aktivitäten nachgehen.

Psychische Auswirkungen für Kinder und Jugendliche

Als Elternteil solltest du dir der möglichen psychischen Auswirkungen bewusst sein, welche ungeeignete Online-Inhalte für deine Kinder haben können. Dazu gehören einerseits negative Folgen, die unmittelbar aus der Beschäftigung mit nicht kindgerechten Inhalten resultieren. Andererseits kann sich jede exzessive Nutzung des Internets per se negativ auswirken. Negative Folgen können z.B. sein

  • Angstgefühle
  • Schlaflosigkeit
  • Depressionen
  • Körperliche Beschwerden

Studien legen nahe, dass etwa Kinder und Jugendliche, die Soziale Medien fortgesetzt länger als zwei Stunden pro Tag nutzen, über eine schlechtere psychische Gesundheit als ihre Altersgenossen verfügen.

2. Social Media bei Kindern und Jugendlichen

Die Nutzung von Sozialen Medien ist für viele Kinder und Jugendliche längst ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Tatsächlich ist gegen ihren verantwortungsvollen und maßvollen Gebrauch auch nichts einzuwenden. Dazu gehört aber, dass man sich einiger typischer Gefahren bewusst ist, die mit der Nutzung von Sozialen Medien einhergehen können.

Kettenbriefe und Challenges

Vielleicht ist dir das Phänomen der Kettenbriefe ein Begriff? Die gibt es auch im Internet. Kinder können sich durch sie ebenso unter Druck gesetzt fühlen wie durch sogenannte Challenges.

  • Kettenbriefe wecken gezielt Ängste. Sie drohen negative Konsequenzen für den Fall an, dass Kinder eine Nachricht nicht weiterleiten.
  • Challenges bauen Druck auf, indem sie den Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe ansprechen. Teils fordern sie zu gefährlichen Mutproben heraus.

Erkläre deinem Kind die Mechanismen von Kettenbriefen und Challenges. Mach ihm klar, dass es sich von niemandem im Internet unter Druck setzen lassen sollte. Und dass du immer ein offenes Ohr hast, wenn dein Kind im Internet auf etwas stößt, das ihm seltsam oder beunruhigend erscheint.

Cyber-Mobbing und Hate Speech

Kinder und Jugendliche möchten sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen. Dementsprechend verletzend ist das Gefühl, ausgeschlossen zu werden. Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 waren 32 Prozent der Befragten schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing.

  • Cyber-Mobbing (auch bezeichnet als Cyber-Bullying oder Cyber-Stalking): Sammelbezeichnung für Verleumdung, Belästigung, Bedrängung oder Nötigung mithilfe elektronischer Kommunikationsmittel. Cyber-Mobbing kann sowohl im Internet (z.B. in Foren und Chatrooms) als auch mittels Instant Messaging betrieben werden.
  • Hate Speech Sammelbegriff für online verwendete sprachliche Ausdrucksweisen, die das Ziel haben, einzelne Personen oder Personengruppen zu verunglimpfen und herabzusetzen. Hate Speech kann strafrechtlich relevant sein, wenn z.B. volksverhetzende Inhalte verbreitet werden.

Die Folge von Cyber-Mobbing und Hate Speech kann z.B. ein gestörtes Körpergefühl sein – etwa wenn andere dein Kind mit vermeintlichen körperlichen Unzulänglichkeiten aufziehen. Sprich mit deinem Kind über die Folgen von Diskriminierung. Am besten nicht erst, wenn dein Kind selbst Opfer wird. Sondern auch, damit dein Kind nicht selbst Täter wird. Denn das kann ebenfalls schnell passieren, wenn man zu einer Gruppe dazugehören möchte.

Selbstdarstellung und ihre Grenzen

Eigene Grenzen auszuloten und sich mit anderen zu vergleichen gehört zum Erwachsenwerden dazu. Beim Umgang mit Social Media sollten Jugendliche oder Kinder aber auch lernen, wo die Grenzen zwischen gesundem Vergleich und unvernünftigem Wettbewerb verlaufen. Das gilt für die Zurschaustellung des eigenen Besitzes und finanzieller Möglichkeiten. Es gilt aber auch für die Selbstdarstellung per Selfie und Video: Wer lädt das spektakulärste Foto oder den aufregendsten Clip hoch? Mach deinem Kind klar, dass der Wettbewerb um das tollste Bild niemals zur Gefahr für Leib und Leben werden darf.

Fake News

Als Fake News bezeichnet man bewusst gestreute Falschnachrichten. Die zugrundeliegenden Absichten können von gezielter Desinformation bis zum Versuch reichen, den Empfänger zu einer bestimmten Handlung wie z.B. den Klick auf einen bestimmten Link oder den nicht wissentlichen Download und die Installation einer Schad-Software zu bewegen. Mach deinem Kind klar, dass es Nachrichten, die im Internet kursieren, grundsätzlich mit gesundem Misstrauen begegnen sollte. Wer ist der Absender? Was könnte er bezwecken? Sich solche Fragen zu stellen ist der erste Schritt, wenn man Fake News und Betrugsversuche entlarven möchte.

Vorsicht bei Freundschaftsanfragen

Die sogenannten Influencer machen es vor: Je mehr Freunde man in sozialen Netzwerken hat bzw. je mehr „Follower“ sich für die eigenen Inhalte interessieren, desto beliebter ist man. Trotzdem sollte dein Kind nicht unbedacht auf Freundschaftsanfragen reagieren. Anfragen von Personen, die es nicht aus dem wirklichen Leben kennt, sollte man gar nicht erst annehmen. Schon allein, weil nicht hinter jedem Profil ein echter Mensch steckt. Vermeintliche Profil-Fotos können täuschend echte Computergrafiken sein. Hinter ihnen stecken oft sogenannte Bots. Bots sind Programme, die ebenfalls dazu verwendet werden, bestimmte Botschaften online zu verbreiten.

Soziale Medien bei Kindern: die Dosis macht’s

Auch mit Blick auf die sogenannten Sozialen Medien empfiehlt sich letztlich ein maßvoller Umgang. Das ist schon allein deshalb wichtig, weil die zugrundliegenden Algorithmen deinem Kind immer nur einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit präsentieren.

Mit der Dauer und Intensität der Nutzung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass deinem Kind nur noch Inhalte angezeigt werden, die seinen eigenen Vorlieben und Meinungen entsprechen. Dieses zuweilen als „Filterblase“ bezeichnete Phänomen ist eine der großen Gefahren im Internet – für Kinder und Jugendliche ganz besonders, denn sie sollten früh lernen, für die eigene Meinungsbildung mehr als nur eine Quelle heranzuziehen.

3. Wie kann ich mein Kind im Internet schützen?

Wenn es darum geht, Kinder vor Gefahren im Internet zu schützen, lautet das Zauberwort „Beschränkung“. Dabei sollten nicht Verbote im Vordergrund stehen, sondern vernünftige Grenzen. Die kannst du z.B. abstecken, indem du auf technische Möglichkeiten setzt. Dazu gehören etwa

  • Kindgerechte Browser, die mit einer sogenannten Whitelist dafür sorgen, dass nur unbedenkliche Inhalte angezeigt werden und Kinder sicher surfen können.
  • Spezielle Sicherheits-Apps, mit denen sich nicht kindgerechte Inhalte blockieren oder auch unbeabsichtigte Käufe verhindern lassen.

Den Umgang mit Online-Medien zu beschränken heißt aber vor allem, dass du Handyregeln für Kinder festlegen solltest – zeitliche Beschränkungen für den Umgang mit Smartphone, Tablet & Co. inklusive.

Medienkompetenz von Kindern fördern statt Inhalte verbieten

Gefahren im Internet für Kinder verschwinden nicht durch Verbote. Eltern sollten vor vielmehr auf Aufklärung setzen und die Medienkompetenz ihres Nachwuchses fördern. Ob Recherchen für Schule oder Universität oder später die berufliche Nutzung – der Umgang mit dem Internet gehört schließlich zum Alltag dazu, der gefahrlose Umgang damit sollte daher früh eingeübt werden. Damit das gelingt, kannst du eine Vielzahl von Hilfsangeboten und Tipps zur Förderung der Internetkompetenz nutzen.